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Westfalia spielt nach der Pause in Sinsen groß auf
 

31.10.16

Herner überstehen nach dem 0:1 zwei brenzlige Situationen. Milko Trisic und Fatmir Ferati glänzen beim 4:1-Sieg des Spitzenreiters.

Der SC Westfalia strebt scheinbar unaufhaltsam auf die Herbstmeisterschaft zu. In Sinsen mussten sich die Herner Fans zwar vor der Pause zeitweise Sorgen machen, als ihr Team nach dem 0:1-Rückstand zwei weitere Großchancen zuließ, nach Wiederbeginn aber schaltete die Knappmann-Elf zwei Gänge hoch und nahm die Hausherren nach allen Regeln der Kunst auseinander. Am Ende stand ein verdienter Sieg und die Erkenntnis, dasss es für alle anderen wohl nur noch um Platz zwei geht, wenn der SCW diese Qualität regelmäßig auf die Wiese bringt.

Aus einer geschlossen starken Mannschaft, die auch nach dem 4:1 noch jedem Ball nachsetzte und das Tempo bis zum Ende hoch hielt, ragten zwei noch heraus: Milko Trisic war überhaupt nicht mehr zu bremse, drehte seine Gegner reihenweise ein und beschwor mit seinen Abschlüssen immer wieder Gefahr herauf. Ein Tor erzielte er selbst, an allen übrigen war er beteiligt, zudem traf er mit einem feinen Schlenzer den Innenpfosten. Kein Wunder, dass Sinsens Goecke nach 78 Minuten genug hatte und den pfeilschnellen Linksaußen rotwürdig über die Klinge springen ließ.

Zum Zungeschnalzen war auch das, was Fatmir Ferati auf den Rasen zauberte. Er schüttelte millimetergenaue 40m-Pässe aus dem Fußgelenk, ließ bereits bei der Ballannahme seine Gegner ins Leere laufen, sprühte vor Spielfreude und setzte sogar verlorenen Bällen nach. Seine Leistung krönte der Zehner mit der 45 auf dem Rücken, als er einen Freistoß fast von der Eckfahne aus unhaltbar zum 1:4 in den Winkel drehte. Und das war weder Glück noch Zufall, wie Trainer Christian Knappmann bezeugte. „Den hat Fatmir vorher bei uns an der Bank angekündigt.“


Das 2:1 durch Fatmir Feratis Elfmeter in der 55. Spielminute                                                                                 Foto: Cib

Alles gut also am Ende der 90 Minuten, die Herner konnten zufrieden nach Hause fahren. Zurück blieben beeindruckte Sinsener und ein geknickter Martin Schmidt. „Wir haben eine riesige erste Halbzeit gespielt, da waren wir fußballerisch die bessere Mannschaft“, beharrte Sinsens Coach. „Statt uns zwei Minuten vor der Pause auskontern zu lassen und das 1:1 zu kassieren, hätten wir mindestens 2:0 führen müssen.“

Eine durchaus mögliche Sicht der Dinge. Denn nachdem Engel einen Konter zum 1:0 genutzt hatte, hätte Sinsen durch Sabellek (33.) und Salja (40.) nachlegen können, ja müssen. Aber beide Stürmer verfehlten aus bester Schussposition das Ziel. In diesen Szenen rächte es sich, dass der SCW extrem offensiv eingestellt war. Weil Herne nicht energisch genug nachsetzte, um „zweite Bälle“ zu erobern, konnte der TuS blitzschnelle Überzahlkonter starten.

Knappmann aber hatte das einkalkuliert. „Es war klar, dass Sinsen auch Chancen bekommt. Ich habe mir aber auch nach dem 0:1 keine Sorgen gemacht, weil ich wusste, dass wir zulegen können.“ Dennoch reagierte er sofort, nahm den am 0:1 nicht unbeteiligten Rößler raus. Wenig später musste auch Onucka verletzt runter. Für sie kamen Gumpert und Kaya, und beide Joker stachen. Kaya drückte Trisics Hereingabe zum 1:1 über die Linie, und Gumpert legte Trisic das 3:1 vor. Spätestens da war die Messe gelesen.


TuS Sinsen 05 - SC Westfalia 04 Herne 1:4 (1:1)

Tore: 1:0 (28.) Engel, 1:1 (42.) Kaya, 1:2 (55.) Ferati (Foulelfmeter), 1:3 (57.) Trisic, 1:4 (78.) Ferati.

SCW: Carpentier - Temme, Rieker (54. Klaas), Haar - Zaskoku - Rößler (35. Gumpert), Kühn, Ferati, Mützel - Onucka (38. Kaya), Trisic.

SR: Claas Steenebrügge (Bochum).

Zuschauer: 420

Rote Karte: Goecke (TuS/78.). Gelb/Rot: Engel (TuS/76.).


Quelle: WAZ Herne | Wolfgang Volmer
 

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SCW-TV: "4:1 in Sinsen"