PRESSE
Westfalia mit 0:2 noch gut bedient
 

02.05.06

Bielefelder Abschlussschwäche und der Pfosten verhindern ein Debakel. Schulz-Elf bringt vor der Pause nichts, nach dem Wechsel wenig zustande. Arben Tahiri liefert sich mit Bundesligastürmer Porcello packende Duelle.

Kalte Graupelschauer im Revier, blauer Himmel über Ostwestfalen - der April machte zum Abschied wieder einmal, was er will. Den Launen der Natur passten sich die Kicker im kleinen Stadion Brackwede fast perfekt an. Während die Herner nur wenig lichte Momente hatten, spielten die Jung-Arminen richtig schönen Fußball und durften sich völlig zurecht drei wichtige Punkte auf ihr Konto packen.

Schon in der viertelstündigen Phase des Abtastens deutete sich an, dass die Bielefelder eine enorm lauf- und spielstarke Truppe auf dem Platz hatten, die gut organisiert und schwer zu knacken war. Die erste Möglichkeit bot sich allerdings den Gästen. Über Köse und Terzic kam der Ball zu Michael Erzen, der freie Bahn hatte. Doch statt noch ein paar Schritte zu laufen und dann abzuziehen, wollte Erzen die schöne Kombination mit einem Pass auf El-Nounou vollenden. Die falsche Entscheidung: Der Ball kam nicht an, die Chance war vertan (16.).

Für die Arminen war das wohl das Zeichen, noch mehr aufs Tempo zu drücken. Über beide Außen rissen sie immer häufiger die SCW-Deckung auf. Der flinke Julian Loose degradierte Mykola Makarchuk zum linken Verteidiger und entwischte ihm ein ums andere Mal. Doch weil Arben Tahiri, Hernes Bester, den bundesligaerprobten Porcello mit allen Mitteln bekämpfte und Norman Seidel dem dribbelstarken Wieczorek nicht von der Seite wich, fanden die Flanken und Hereingaben meist keine Abnehmer.

So dauerte es bis zur 30. Minute, ehe der erste Torschuss des Spiels zu sehen war. Und zu hören. Mit den Fingerspitzen lenkte Olli Bautz Skhiris 25-m-Knaller gegen das Aluminium, dass es schepperte. Sechs Minuten später zauberte Porcello mit der Hacke eine Loose-Hereingabe knapp am langen Eck vorbei, kurz darauf versemmelte er nach Röbers Flanke freistehend eine hundertprozentige Möglichkeit.

Ein Klassestürmer lässt sich von zwei Fahrkarten aber nicht entmutigen, sondern lädt nach. Und Porcello ist ein Klassestürmer. Umringt von drei Hernern, sprang er nach einer Ecke am höchsten und köpfte den Ball aus fünf Metern zur hochverdienten Bielefelder Pausenführung ein.

Zwei Minuten nach Wiederbeginn hätte die Vorentscheidung fallen müssen. Gleich zwei Arminen liefen nach Makarchuks missglücktem Rückpass allein auf Bautz zu, doch Looses Schuss prallte vom Pfosten zurück ins Feld.

Danach wurde der SCW etwas stärker, beschränkte sich nicht mehr nur auf lange Bälle, die ohnehin selten ankamen. Mehrfach lag der Ausgleich in der Luft. Bei El-Nounous Kopfball (62.) sahen die Herner den Ball schon hinter der Linie. Der Schiedsrichter aber ließ weiterspielen und unterband schließlich die Versuche von Terzic und Sürgit, das Leder noch ins Netz zu drücken. Weil auch die Arminen weitere glasklare Chancen verbaselten, mussten sie bis zur 90. Minute warten, ehe Danneberg einen Konter gegen die entblößte SCW-Abwehr mit einem Heber zum 2:0 abschloss.

DSC Arminia Bielefeld II SC - Westfalia Herne 2:0

Tore: 1:0 (40.) Porcello, 2:0 (90.) Danneberg.

DSC II: Eilhoff - Schmidt, Leenemann, Janjic, Jörgens - Loose (62. Ornatelli), Skhiri, Röber (66. Hoffmann), Danneberg - Wieczorek, Porcello.

SCW: Bautz - Neumann - Tahiri, Seidel - Terzic, Barton, Köse (77. Yeboah), Sürgit, Makarchuk (80. Degenhard) - El-Nounou, Erzen.

SR: Ingo Koch (Altenbeken).

Zuschauer: 250.

01.05.2006 Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

© SC Westfalia 04 Herne e.V. 2006