PRESSE
Erzen macht den Unterschied
 

15.01.06

Der König ist zurück auf seinem Thron. Nach einjähriger Regentschaft musste der SC Constantin das Zepter des Herner Hallenfußballs wieder an den SC Westfalia zurückgeben, der zuvor fünfmal in Folge die inoffizielle Stadtmeisterschaft gewonnen hatte.

Selten aber trat der SCW so dominant auf wie bei dieser 17. Auflage des Manfred-Gall-Gedächtnisturniers, das nach Meinung der Sodinger Organisatoren das vielleicht beste seiner langen Geschichte war. "Ein Klasseturnier, vom Spielerischen wie von der Resonanz", schwärmten Heinz Rychlik und Werner Grunenberg fast unisono. "Es gab über 200 Tore, aber keine Rote Karte." Und bei rund 1100 Zuschauern an zwei Tagen dürfte auch die Kasse stimmen.

Etwa zwölf Stunden rollte die Kugel am Westring, und fast minütlich gebar das Turnier seinen neuen kleinen Helden. Mal war es der Torwart von Arminia Sodingen, der mit seinen Reflexen im Brennpunkt stand, dann ließ der SV Wanne 11 mit feinen Kombinationen die Genießer mit der Zunge schnalzen, dann wieder machte sich Daniel Döring (BW Börnig) mit schlitzohrigen Weitschusstoren zum Gesprächsthema. Oder sein Keeper Benjamin Eibold, der nicht nur die Stürmer des SCW zur Verzweiflung trieb. Das Beste aber hatten sich Hernes Fußballer für den Schluss aufgehoben: "Das Traumfinale", jubelte selbst Sodingens Vorsitzender Veselko Jovanovic, als der DSC Wanne-Eickel sich im Neunmeterschießen gegen TuS Hordel durchgesetzt und das Endspiel gegen Westfalia Herne erreicht hatte. Dabei hatte der "Doc" vermutlich eher vom Finaleinzug seiner eigenen Mannschaft geträumt. Doch die blieb blass und schied bereits im Viertelfinale ohne große Gegenwehr aus.

Das Traumfinale aber hielt alles, was es versprach. Selbst ein Didi Gaida spielt nicht immer so gallig wie in diesem brisanten Duell. Edin Terzic, den er auf Schritt und Tritt verfolgte, weiß seit gestern, dass Kletten auch grätschen können. Doch so intensiv sich der DSC auch rein- und ranhängte - die größere Klasse des SCW setzte sich durch. Dafür sorgte schon Michael Erzen, sauerländischer Straßenfußballer, der sich auch in der Halle pudelwohl fühlt. Begeisternd, was dieser quicklebendige, gewitzte Bursche im gesamten Turnier zeigte. Auch im Finale machte Erzen den Unterschied: Erst glich er die frühe DSC-Führung von Benni Reis mit platzierter Direktabnahme aus, dann legte er Sami El-Nounou den Ball zum abschließenden 3:1 auf den Fuß. Zwischendurch hatte André Dohm mit einem Linksschuss unter die Latte die 2:1-Führung erzielt, die Andreas Scarale mit einer Glanzparade gegen Pascal Sickel rettete. "Ich denke, wir haben ein tolles Turnier gespielt und verdient gewonnen", freute sich SCW-Trainer Frank Schulz. Auch sein Wanner Gegenüber war nicht unzufrieden. "Natürlich hätten wir auch das letzte Spiel gern gewonnen, aber wir haben ja gegen keine Schlechten verloren", zog Willi Koppmann sein Fazit.

Schlechte standen auch im Spiel um Platz drei nicht auf dem Parkett. Im Gegenteil. BW Börnig war die positive Überraschung der beiden tollen Tage. Und fast jeder gönnte dem Kreisligisten den 2:0-Sieg über TuS Hordel, durch den 500 Euro in die Börniger Mannschaftskasse flossen. Respekt.


Hallen-Stadtmeister 2006: SC Westfalia 04 Herne. O.v.l.: Betreuer Loose, Co-Trainer Horst Bistrich, Sami El-Nounou,
Arben Tahiri, Edin Terzic, Norman Seidel, Physiotherapeut Peter Hasenberg, Mykola Makarchuk. U.v.l.: Charly Neumann,
Michael Erzen, Andre Dohm, Andreas Scarale, Timo Buchholz.                                                                            Foto: Cib


15.01.2006 Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

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